Das bin ich

ein wenig über mich…

Ich heiße Nesrin und komme aus dem wunderschönen Hamburg.

Ich bin Mama von zwei wundervollen Regenbogen Kindern und vier Sternenkindern.

Mama sein wurde mir in die Wiege gelegt und das ist für mich nicht nur ein Spruch, denn mit bereits vier Jahren wickelte ich das erste Mal die Windeln und mit fünf Jahren bereitete ich die ersten Schmelzflocken am Herd zu. Die meisten Mädchen taten diese Dinge für ihre Püppchen und ich für meine 11 jüngeren Geschwister… Ja, Du liest richtig, ich bin die zweitälteste von insgesamt 13 Kindern.

Die Themen Schwangerschaft und Geburt sind somit seit meiner Kindheit fester Bestandteil meines Lebens. Mit 16 Jahren begleitete ich meine Mutter das erste Mal ins Krankenhaus und fing meine Schwester wortwörtlich auf, während sie das Licht der Welt erblickte. Ich durfte die Nabelschnur durchtrennen, sie als erste in den Armen halten und somit einen Moment fürs Leben fest in meine Erinnerung schließen.

Als ich das erste Mal schwanger wurde war ich jung, aber sehr wissend darüber, was nun auf mich zukommt, – zumindest dachte ich das… Mir war von heute auf morgen ständig übel, ich konnte weder essen noch trinken und mir ging es von Tag zu Tag schlechter, bis ich ins Krankenhaus kam und von meiner Schwangerschaft erfuhr. Mir wurde vermittelt essen und trinken zu müssen, egal wie schwer es mir fallen würde, denn Übelkeit sei ja schließlich normal… Einige Tage später fiel ich zu Hause in Ohnmacht und erlitt meine erste Fehlgeburt. Dies erlebte ich bis zur Geburt meines ersten Kindes dreimal und keiner konnte mir sagen warum… Bis ich eine Ärztin fand, die sofort wusste worunter ich litt. Hyperemesis Gravidarum extrem. Ab Feststellung der Schwangerschaft hieß es, sofort ins Krankenhaus und dann begann die schlimmste und gleichzeitig schönste Zeit meines Lebens. Bis zur 20. SSW wurde ich künstlich ernährt, lag im Einzelzimmer, weil ich weder Gerüche noch Menschen ertrug. Ich lag auf der Wöchnerinnenstation, kämpfte dort mit meinen Ängsten und litt unter Depressionen. Ärzte, Hebammen und Psychologen versuchten mir Mut zu machen, ohne Erfolg, denn ich war geprägt von der Vergangenheit. Es gab Momente da konnte ich Gummibärchen essen, die behielt ich nicht in mir, aber es war ein kleiner Erfolg. Ich konnte nicht einmal meinen Speichel in mir behalten und brach bis zu 60x Mal täglich. Irgendwann wurde die Übelkeit besser und ich durfte mit Spezialnahrung nach Hause.

In der 34.SSW brachte ich mein kleines zartes Regenbogenbaby auf die Welt. Ich entschied mich trotz meiner so harten Schwangerschaft schnell für ein zweites Baby und wurde schnell wieder schwanger. Ich erlitt einen natürlichen Abgang in den ersten 12 Wochen. Mein zweites Wunder machte sie aber schnell auf die Reise zu uns und diesmal war es anders, so schön anders. Ich kämpfte „nur“ bis zur 12.SSW mit Hyperemesis, bis mein zweites Regenbogenbaby in der 42.SSW zu uns kam.

Vor einigen Jahren hatte sich unser letztes Sternenkind auf seine Reise begeben. Mit diesem Erlebnis stellte ich eine starke Veränderung in mir fest. Ich hatte ein Trauma und die vergangenen Fehlgeburten nie wirklich verarbeitet oder ihnen Raum zum trauern und Abschied nehmen ermöglicht.

Ich arbeitete alles mit einer Therapeutin auf und fand einen Weg meine Schicksalsschläge anzunehmen. Ich habe das positive im negativen gesucht und schnell gefunden – meine Kinder! Mein größter Halt und meine wertvollste Stütze im Leben.

Meine Erfahrungen teile ich mit Dir, denn ich weiß, ich bin nicht alleine und auch Du bist es nicht.